KSC Germania Hösbach vs. RSV Rotation Greiz 16:11 (10:3)
Zum Ende der Vorrunde gab es dann im sechsten Saisonkampf doch noch eine Niederlage. Die Greizer Bundesligaringer unterlagen beim favorisierten KSC Germania 03 Hösbach mit 16:11.
Beide Kontrahenten tauschten damit ihre Tabellenplätze. Während die Hösbacher nun den zweiten Platz unter zwanzig Teams einnehmen, liegen die Ostthüringer auf Rang vier.
Bereits in der nächsten Woche beginnt die Rückrunde bei der wiederum drei Heim- und drei Auswärtskämpfe auf dem Programm stehen. Erster Gegner in der Greizer Sporthalle ist am 17.Oktober der Tabellenachte ASV Mainz 88.
Die Greizer traten bei einem der Meisterschaftsfavoriten in bester Besetzung an, wenn man vom verletzten Erik Thiele absieht. Nicht mit von der Partie war allerdings Trainer Tino Hempel, der arbeitsmäßig unabkömmlich war. So betreute Toni Stade diesmal das Team allein.
61 kg/f: Razvan Kovacs traf auf den Führenden in der Bundesliga-Bestenliste, den Kasachen Daulet Temirzanov. Der Vertreter der Gastgeber führte bereits zur Halbzeit hauptsächlich durch einen Beinangriff 6:0. Der Kasache punktete weiter, Kovacs gelang zwar nach einem Konter eine Zweierwertung, doch sein Gegner war nicht zu stoppen. Der Kampfrichter Gideon Bibbo verpasste zwar beim 18:2 den Abpfiff des Kampfes wegen technischer Überlegenheit, doch nach einer weiteren Rolle am Boden war dann doch beim Stande von 20:2 Schluss (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht: 0:4)
130 kg/g: Ilja Klasner ist in Superform. Er traf auf den deutschen WM-Teilnehmer in der 97 kg-Klasse Anton Vieweg, der in Auerbach und Gelenau das Ringen erlernte. Zwar ging der Hösbacher in der ersten Runde 1:0 in Führung, doch der Greizer glich in der zweiten Hälfte aus und konnte danach, obwohl auch ihm keine Wertung am Boden gelang, einen weiteren Punkt zum 2:1 Sieg erkämpfen. (1:4)
66 kg/g: Niklas Nimtz war gegen den zweiten WM-Starter der Gastgeber von vornherein Außenseiter. Der aus dem Iran stammende Abdolmohammad Papi bestimmte eindeutig das Geschehen auf der Matte, benötigte aber zum Punkten auch den angeordneten Bodenkampf. Dort gelangen ihm zwei Ausheber zum zwischenzeitlichen 10:0. Zur Halbzeit stand es nach einer Unsauberkeit des Greizers bereits 14:0. Nach vier Minuten führten die Hösbacher nach drei Kämpfen bereits 8:1.
98 kg/f: Lucas Kahnt startete die Aufholjagd gegen den Ex-Meister, mehrfachen EM- und WM-Teilnehmer Robin Ferdinand, der bis zur Halbzeit nur eine 1:0 Führung zuließ. Dann drehte der Greizer aber so auf, dass der 33-jährige sehr erfahrene Kämpfer ins Hintertreffen geriet. Lag es am Hängen der Livestream-Übertragung oder hatte der Kampfrichter nicht doch eine Zweierwertung vergessen? Am Ende hieß es 8:1 für den Greizer dessen Gegner in der letzten Minute vier Punkte abgab. (3:8)
71 kg/f. Moritz Langer traf auf das Hösbacher Eigengewächs Niklas Dorn, das in allen Altersklassen bis zu den Männern deutsche Meistertitel erkämpfte und seine immense Erstligaerfahrung ausspielen konnte. Die Punkte fielen bereits in der ersten Halbzeit. Nach einer Zeitstrafe des Greizers ging Dorn mit einem Beinangriff 3:0 in Führung. Als alle Zuschauer schon mit diesem Halbzeitstand rechneten gelang dem Hösbacher in letzter Sekunde ein überfallartiger Angriff, der den Punktstand auf 5:0 erhöhte. In der zweiten Hälfte konnte sich der Greizer besser in Szene setzen, kam aber mit eigenen Angriffen nicht zum Ziel. Dafür verteidigte er aber den letzten Angriffsversuch seines Gegners erfolgreich. (Halbzeitstand 3:10)
86 kg/g: Tuncay Vazirzade traf auf den amtierenden deutschen Meister Erik Löser. Der Aserbaidschaner dominierte ohne im Bodenkampf zu Punkten zu kommen. Dieser wurde beim Stande von 1:0 abgebrochen. Auch in der zweiten Hälfte sah der Kampfrichter den Greizer aktiver, der wegen einer Verletzung auf den Bodenkampf aber verzichtete. Endstand: 3:0 (5:10)
75 kg/g: Serdar Durmus musste sich mit dem zweimaligen deutschen Meister Michael Widmayer aus Württemberg auseinandersetzen, der mit Burghausen bereits die Mannschaftsmeisterschaft gewonnen hatte und auch in diesem Kampf dominierte. Zwar gelang dem Greizer, nachdem er zu Boden geschickt wurde, nach der Abgabe einer Rolle das Erkämpfen der Oberlage (3:1). Doch damit hatte er sein Pulver verschossen. Zwar zeigte er großen Kampfgeist gegen den sehr erfahrenen Widersacher, musste dabei aber mehrmals die Matte verlassen. Der Kampfrichter sah bei diesen Aktionen Passivität beim Greizer. Die Disqualifikation wegen der dritten Verwarnung acht Sekunden vor Schluss war aber deutlich zu hart. (5:14)
80 kg/f: Der Russe Nikita Suchkov, der zu Beginn der zwanziger Jahre zu den stärksten Kämpfern dieser Ringernation gehörte, war eine große Herausforderung für Ramazan Sari, der schon für manche Überraschung gesorgt hatte. Der Hösbacher führte 3:0 als der Greizer – beim Ausfall des Livestreams – mit einer Kopfrolle auf 2:3 verkürzte. Auch in der zweiten Hälfte wurde verbissen gekämpft, allerdings konnte hier nur der Russe u.a. nach einer Zeitstrafe punkten. Der 5:2 Sieg des Hösbachers brachte zwei weitere Siegpunkte für die Gastgeber. (16:5)
75 kg/f: Bereits vor fast genau drei Jahren trafen Nikolay Grahmez und der mehrfache deutsche Meister Tim Müller aufeinander. Damals siegte der Rückkehrer aus Nürnberg 12:3. Seitdem hat sich das Kräfteverhältnis etwas verändert. Diesmal dominierte der aus Moldawien stammende Greizer. Er ging in Führung, der Routinier blieb aber immer gefährlich und konnte den Punktabstand dreimal verkürzen. Am Ende siegte Grahmez verdient 10:4. (7:16)
80 kg/g: Zum Schluss brachten die Gastgeber noch einmal ein Eigengewächs auf die Matte. Finn Stadtmüller wurde aber von Aleksa Illic deutlich beherrscht. Der Serbe brachte seinen Gegner zu Boden, rollte ihn und kam mit einem Ausheber schon nach 90 Sekunden zur 8:0 Führung. Als Stadtmüller noch einmal zu Boden gerissen wurde, gelangen dem Greizer drei Rollen, die 30 Sekunden vor der Pause schon zum 16:0 Sieg führten.
Die Greizer unterlagen als Mannschaft verdient mit 11:16 Punkten. Der RSV Rotation Greiz hat mit der stärksten Mannschaft aller Zeiten eine hervorragende Hinrunde gerungen und auch überraschende Siege gefeiert.
Hösbach war individuell stärker besetzt und hatte auf diesem Niveau deutlich mehr Erfahrung. Aus Greizer Sicht fielen deshalb einige Niederlagen zu hoch aus, bei einigen Siegen wäre der eine oder andere Mannschaftspunkt noch möglich gewesen. Der Punktabstand hätte so etwas geringer ausfallen können.
In der Rückrunde – mit den getauschten Stilarten- werden die Karten neu gemischt.
Bericht: Erhard Schmelzer
Fotos: Konstanze Warmuth
Einzelergebnisse.

Aktuelle Tabelle:













































Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.