Vor dem Finalkampf der letzten Saison am Sonnabend in Burghausen wurden bereits die Lose für die Ansetzung der Mannschaftskämpfe 2026 gezogen. Der Deutsche Ringer-Bund hat sein Wettkampfsystem reformiert. Die erste und die zweite Bundesliga wurde zusammengelegt. Gekämpft wird nun nach einem Qualifikationssystem, dass angelehnt ist an die Vorrunde der Champions League im Fußball. Nach einigen Rückzügen – darunter Markneukirchen/Gelenau und Lübtheen aus dem Osten – wird mit 20 Mannschaften in einer Gruppe gestartet. Jeder Verein trifft in der Hauptrunde auf 12 Gegner und hat je 6 Heim- und Auswärtskämpfe. Diese Runde beginnt am 5.September und endet am 5.Dezember. Die elf besten Vereine haben sich für die Endrunde qualifiziert. Die Mannschaften auf den Plätzen eins bis fünf sind automatisch für das Viertelfinale qualifiziert. Aus den Teams auf den Plätzen sechs bis elf werden nach separater Auslosung in Hin- und Rückkampf (12. Und 19. Dezember) die letzten drei Vertretungen für das Viertelfinale ermittelt. Am 13. Februar 2027 steht der DRB Bundesliga Champion fest.
Der RSV Rotation Greiz, Zweitligameister von 2024, hat interessante und hochklassige Gegner zugelost bekommen. Da bei der Auslosung regionale Bezüge unberücksichtigt blieben ist von den Gegnern der letzten Saison nur der KSV Witten als Widersacher übriggeblieben. Ein Wiedersehen gibt es mit dem neuen Meister Burghausen und den beiden Finalisten von 2024, Schorndorf und Kleinostheim. Mit Hösbach im Heimkampf und in Mainz trifft Greiz auf weiter Erstligisten des Vorjahres. Besonders spannend dürfte es bereits beim ersten Heimkampf am 12. September gegen die KG Baienfurt/Ravensburg werden. Vor drei Jahren stieg Greiz maßgeblich nach einer 15:16 Niederlage in Baienfurt aus der 1.Bundesliga ab. Die Greizer Ringer werden aber auf fünf neue Kontrahenten treffen. Mit dem Zweitligameister der Staffel Süd von 2025 waren die Endrundenkämpfe in der Saison 2021/22 bereits terminiert, als die Südbadener ihr Team wegen Corona-Bedenken zurückzogen. Jetzt beginnt die Saison für Greiz am 5. September in dem nur vom Rhein und einer kurzen Fahrtstecke vom französischen Straßburg entfernten „Meerettichdorf“. Die saarländischen Mannschaften aus Heusweiler, Riegelsberg und Hüttigweiler und der Aufsteiger aus der leistungsstarken Regionalliga Baden-Württemberg, SG Weilimdorf, treffen erstmals auf eine Greizer Männermannschaft.
Die Greizer Zuschauer können sich auf eine interessante Saison freuen, die so spannend werden wird wie noch nie. Der neue Modus hat allerdings auch dazu geführt, dass die beiden am besten besuchten Derbys der Bundesligen in der Hauptrunde nicht mehr stattfinden. So wie die beiden ostdeutschen Teams Aue und Greiz nicht aufeinandertreffen, findet im Aschaffenburger Raum der Vergleich zischen Hösbach und Kleinostheim nicht statt. Erwähnt werden muss aber auch, dass sich bereits im Vorfeld der Auslosung, als bekannt wurde, dass das Präsidium des Deutschen Ringer-Bundes die seit mehreren Jahren gültige Punkteregelung unverständlicherweise in der laufenden Saisonvorbereitung ohne Absprache abgeschafft hat, lautstarke Proteste erhoben wurden. Die durchaus etwas komplizierte Punkteregelung hatte bisher die sportliche Überlegenheit der finanzstarken Vereine etwas nivelliert.
Erhard Schmelzer
