Am Sonnabend starten die Greizer Ringer als Aufsteiger in die neue Erstligasaison. In der Vorrunde stehen je sechs Heim- und Auswärtskämpfe auf dem Programm. Der erste Auswärtskampf wird in Urloffen ausgetragen. Die Greizer werden dann eine Anreise von mehr als 500 Kilometern auf der Autobahn hinter sich haben. Die Gemeinde Appenweier-Urloffen liegt in Südbaden, in der Nähe des Rheins. Der ASV Urloffen gehört zu den Traditionsteams der Bundesliga. Bekanntester Sportler des Vereins war Welt- und Europameister Martin Knosp, der in den 80-ziger Jahren auch Olympiasilber erkämpfte. Im Vorjahr belegten die Südbadener ohne Verlustpunkt in der 2.Bundesliga Süd den ersten Platz. Nun soll in der obersten Liga mit einigen hochkarätigen Zugängen die Endrunde erreicht werden, trotz der Regelveränderungen, die der Ringerbund eingeführt hat. „Man hat ohne Not das Punktesystem abgeschafft, dass das Niveau der Mannschaften reguliert hat. Das ist ein Rückschritt für die Liga und wird schon kurzfristig zu einer Klassengesellschaft führen, da die wenigen betuchten Vereine nun absolute Weltspitzenathleten verpflichten können,“ kritisiert der langjährige Trainer Michael Schneider, der als Mitglied im Bundesligaausschuss die Entwicklung hautnah erlebt hat. „Auch wir werden in dieser Saison mit den vier möglichen ausländischen Ringern starten.“ Die Greizer erwarten auf jeden Fall drei Neuzugänge im Team der Gastgeber. Der deutsche Vizemeister Vincent Scherer (86 kg/g) kam vom Titelfavoriten Kleinostheim, da er dort nur noch zweite Wahl war. Der Georgier Anri Putkaradze (80 kg/g) wurde im Vorjahr Welt- und Europameister bei den Junioren. Offen scheint die Besetzung der schwersten Gewichtsklasse (130 kg/g). Falls der Litauer Mindaugas Venckaitis auf Grund seiner WM-Vorbereitung nicht zur Verfügung steht, dürfte mit dem Aserbaidschaner Arif Niftullayev ein weiterer hochdekorierter Ringer seine Visitenkarte in Urloffen abgeben. Die Männermannschaften von Greiz und Urloffen haben noch nie gegeneinander gekämpft. In der Endrunde der Covidsaison 2021/22 wurde diese Paarung zwar ausgelost, doch die Südbadener verzichteten damals auf einen Start. Die Jugendmannschaften beider Vereine besuchten sich aber in den letzten Jahren. Dabei hatten die Südbadener, die 2023 zu Hause deutscher Mannschaftsmeister wurden und ein Jahr später in Greiz den dritten Platz belegten, die Nase vorn. Wie wird es am Sonnabend ausgehen?
Vier Sportler aus dem eigenen Nachwuchs bei jedem Kampf
„Der Kampf ist völlig offen. Kleinigkeiten und die Tagesform werden den Ausschlag geben. Wir wollen auf jeden Fall die ersten Punkte holen“, blickt Michael Schneider optimistisch voraus. „Wir stützen uns wieder auf unsere erfolgreiche Jugendarbeit und werden in jedem Kampf vier Sportler einsetzen, die im eigenen Verein ausgebildet wurden.“ Der Kampf wird um 19:30 Uhr vom erfahrenen saarländischen Kampfrichter Georg Goczol angepfiffen. Der Livestream ist kostenlos.
Erhard Schmelzer

