24. September 2018
Leagues
1.Bundesliga - Staffel Südost
Saisons
2018/19
Heim

Wettkampfgemeinschaft KSV Pausa / ASV Plauen

Emotionaler geht es kaum: Vogtlandderby gegen Pausa
Kaum ein Mannschaftskampf hat seit 1991 so viel Emotionen geweckt wie die Vogtlandderbys gegen den Kraftsportverein Pausa. Nur gut 20 Kilometer liegen die durch die Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen getrennten Orte auseinander. Sowohl im sächsischen als auch im thüringischen Vogtland wird in der höchsten Ringerliga gekämpft. Der Pausaer Ringerverein wurde 1909 aus der Taufe gehoben.
Bei der geringen Entfernung wundert es nicht, dass es schon bald nach Gründung des Pausaer Kraftsportvereins Berührungspunkte zwischen Vertretern beider Städte gab. Die erste Medaille bei den 1893 eingeführten Deutschen Meisterschaften im Ringen für Pausa erkämpfte ein Athlet aus Greiz. Nach Zerwürfnissen im Greizer Verein hatte sich Willi Neidhardt den Pausaern angeschlossen, für die er 1923 in Plauen die Silbermedaille im Federgewicht, damals die leichteste von fünf Gewichtsklassen, gewann. Zwei Jahre später in Erfurt gelang ihm noch einmal der Gewinn einer Bronzemedaille, diesmal schon wieder für seinen Greizer Verein. In der Zeit vor dem 2. Weltkrieg wurde Pause dreimal Sachsenmeister bei den Männern.
Nach dem 2. Weltkrieg hatte der Pausaer Verein mit dem Aufstieg in die Oberliga 1954 die höchste Leistungsklasse erreicht. Wie etwas später in Greiz musste Mitte der sechziger Jahre in Pausa eine sportliche Talsohle durchschritten werden. Mit der Rückkehr von Klaus Wappler vom Armeesportklub Rostock, der das Training übernahm, begann der Aufschwung. Der Zeulenrodaer Gymnasiallehrer, Günter Meyer, übernimmt als Leiter des Trainingszentrums die Geschicke im Nachwuchsbereich. Gestützt auf eine vorbildliche Jugendarbeit entwickelt sich die damalige BSG Chemie Pausa zu einer der leistungsstärksten Betriebssportgemeinschaften der DDR. Dreimal, 1979, 1981 und 1983, wurde die Mannschaftsmeisterschaft in der Oberliga des griechisch-römischen Stils gewonnen. Vier weiter Medaillenränge wurden in 15 Oberligajahren errungen. Die Jugend gewann sechsmal den FDJ-Pokal, die inoffizielle DDR-Meisterschaft für BSGen dieser Stilart. 50 DDR-Meistertitel, 12 Siege bei DDR-Spartakiaden runden die hervorragende Bilanz ab. Der Pausaer Verein delegierte während der Zeit der DDR 35 Sportler an die Kinder-und Jugendsportschulen bzw. an die Sportclubs.
Da der Ringerverband der DDR 1966 die Trennung der Stilarten beschlossen hatte, Pausa beim traditionellem griechisch-römischen Stil blieb, Greiz aber bald zum freien Stil wechselte, gab es in den nächsten mehr als zwanzig Jahren sportlich kaum Kontakte zwischen den so nahe beheimateten Vereinen.
Das änderte sich erst mit der Wende in Deutschland. In der Verbandsliga der sich auflösenden DDR trafen nicht nur erstmals wieder BSG-Mannschaften auf Sportclub-Teams, sondern auch die jahrzehntelange Trennung zwischen Stilarten wurde aufgelöst. Jetzt wurde in zehn Gewichtsklassen mit jeweils fünf Kämpfen in jeder Stilart gerungen. Das erwies sich meist als Vorteil für die Vereine, die vorher im freien Stil gekämpft hatten. Auch der ehemalige Freistilverein Greiz setzte sich gegen die Pausaer zwei Mal durch.
Ein Jahr später gehörte der KSV Pausa zu den Gründungsmitglieder der 2. Bundesliga im Osten und erreichte im Gründungsjahr in der mit zehn Mannschaften besetzten Staffel Südost Rang fünf. Bis 1995 gehört der Verein der 2. Bundesliga an. Bei der Bundesligatagung in Erfurt 1994 waren sich die Vereine des Ostens nicht einig. Als es nach stundenlangen Diskussionen zur Abstimmung kam, hatten mehrere ostdeutsche Vereinsvertreter bereits sogar die Heimreise angetreten. Pausas 1. Vorsitzender Klaus Wappler, seit 1969 im Amt, musste erleben, dass die Mehrheit dem Vorschlag von Serienmeister Goldbach zustimmt, erstmals eine eingleisige erste Liga und nur noch vier Staffeln zweite Liga in ganz Deutschland einzuführen. Sein Fazit: „Das ist für einen kleinen Verein wie Pausa nicht zu stemmen“, bewahrheitet sich bald. Ab 1996 kämpft Pausa in der neugegründeten Regionalliga Mitteldeutschland. Erst 2001, als eine Kampfgemeinschaft mit dem ASV Plauen gegründet wurde, wird wieder ein Zweitligakampf in Pausa angepfiffen. Nach vier Jahren in der zweithöchsten Liga beginnt 2005 ein vierjähriges Intermezzo in der Regionalliga Mitteldeutschland. 2009 erfolgte mit dem neunten Rang der Neustart in der 2. Bundesliga. Bis zur Auflösung der zweithöchsten deutschen Leistungsklasse nach der Saison 2016 gehörte die Wettkampfgemeinschaft Pausa/Plauen immer dieser Liga an. Die besten Platzierungen wurden 2011 und 2013 mit den Rängen zwei und drei erreicht.
In der Saison 2017, 108 Jahre nach der Gründung des KSV Pausa, wurde erstmals die oberste deutsche Ringerklasse erreicht. Die in der Saison 2016 nur noch mit acht Vereinen kämpfende 1. Bundesliga wurde auf 21 Vereine vergrößert, die in der Hauptrunde in drei Staffeln kämpften. Die WKG belegte zwar – punktgleich mit Lübtheen – nur Rang sieben in ihrer Staffel, doch bei den Auswärtsniederlagen in Aue und Westendorf fehlte dem von Trainergespann Silvio Hoffmann und Denny Schulz betreuten Team jeweils nur ein Punkt zum Remis. Vor allem im griechisch-römischen Stil konnte sich die WKG auf Eigengewächse stützen. Das Aushängeschild heißt Maximilian Schwabe und vertritt seit mehreren Jahren die deutsche Auswahl auf internationalen Matten. Aber auch die Deutschen Meister im Nachwuchsbereich. Nils Buschner, Felix Kästner und der Plauener Friedrich Fouda, waren schon im Vorjahr dabei und werden in dieser Saison durch die Punktwertung des DRB noch viel wertvoller für das Team. Seit dem Wiederaufstieg der WKG 2009 konnten die Greizer zwar zehn der sechzehn Kämpfe für sich entscheiden – ein Vergleich in der Jahnturnhalle endete Remis – doch neben drei Niederlagen in Pausa mussten sich die Greizer auch zweimal bei Vogtlandderbys in eigener Halle geschlagen bekennen. Auch in diesem Jahr dürfte für genügend Spannung bei den Vogtlandderbys gesorgt sein.
Aus der Sicht des Vereins:
Kader:

57 kg Griechisch/Römisch: Tamas Török, Ungarn
61/66 kg Griechisch/Römisch: Jannik Rausch, Deutschland
61/66 kg Griechisch/Römisch: Tobias Knittel, Deutschland
66/71 kg Freistil: Krzysztof Bienkowski, Polen
66/71 kg Griechisch/Römisch: Nils Buschner, Deutschland
75 kg Freistil: Kevin Lucht, Deutschland
71/75 kg Griechisch/Römisch: Gevorg Sahakyan, Polen
71/75 kg Griechisch/Römisch: Werner Schellenberg, Deutschland
75 kg Griechisch/Römisch: Ludwig Höfer, Deutschland
80/86 kg Griechisch/Römisch: Maximilian Schwabe, Deutschland
80/86 kg Freistil: Zalik Sultanov, Deutschland
86/98 kg Freistil: Anatolij Judin, Deutschland
98/130 kg Freistil: Kamil Skaskiewicz, Polen
98 kg Griechisch/Römisch: Friedrich Fouda, Deutschland
98/130 kg Griechisch/Römisch: Felix Kästner, Deutschland
130 kg Griechisch/Römisch: Rafal Krajewski, Deutschland
Neuzugänge:
Tamas Török, Ungarn
Said Gazimagomedov, Russland
Krzysztof Bienkowski, Polen (KAV Mansfelder Land)
Gevorg Sahakyan, Polen
Kamil Skaskiewicz, Polen (KAV Mansfelder Land)
Abgänge:
Vladimir Coudreanu, RSV Rotation Greiz
Daniel Sartakov, RSV Rotation Greiz
Dawid Karecinski, RSV Rotation Greiz
Máté Krasznai, FC Erzgebirge Aue
Trainer:
Silvio Hoffmann
Denny Schulz
Saisonziel:
Klassenerhalt

1.Bundesliga – Staffel Südost 2018/19

Pos.MannschaftKTPkt (+)Pkt (-)Diff.Pkt (+)Pkt (-)
1360253560
2246123440
3351312042
422529-422
533455-2124
621532-1704
732269-4706
Plz.AthletMannschaftKTMpkt +Mspkt -Epkt +Epkt -PSSSKLASÜGDQ
1rusGazimagomedov, SaidWKG KSV Pausa /ASV Plauen1401600100000
2polSkaskiewicz, KamilWKG KSV Pausa /ASV Plauen140610010000

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