Im ca. 20 Kilometer von der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart entfernt gelegenen Korb fanden die württembergischen Meisterschaften im Ringen der Männer statt. Die großzügig geplante Sporthalle bot optimale Bedingungen für 5 Wettkampfmatten, auf denen 270 Sportler in beiden Stilarten um Medaillen und Platzierungen kämpften. Im Südwesten sind die meisten deutschen Ringervereine beheimatet. So überraschten die immensen Teilnehmerzahlen nicht. Die Ringer des freien Stils waren auch hier wie üblich quantitativ etwas überrepräsentiert. Insgesamt starteten 55 Vereine, die zum großen Teil aus Baden-Württemberg, aber auch aus weiter entfernten Bundesländern angereist waren.
Goldmedaille für Lucas Kahnt
Die fünf Sportler des RSV Rotation Greiz waren erst am Kampftag mit dem Ringerverband Sachsen angereist und wurden vom Auer Trainer Björn Schöniger betreut. Erst nach rund 22-stündiger Reise erreichten sie wieder heimatliche Gefilde. Von den vier Freistilringern war Lucas Kahnt der Erfolgreichste. Auf Grund einer Verletzung verpasste er die gesamte letzte Zweitligasaison für den Greizer Verein. Seit Monaten wieder im leistungsorientierten Training weilte der zweifache deutsche Meister vor kurzem sogar in Japan im Trainingslager.
Die württembergische Meisterschaft kam ihn zur Standortbestimmung als erster schwerer Wettkampf gerade recht. In der 86 kg-Klasse (20 Starter) musste er fünf Kämpfe im Pool bestreiten, die er ausnahmslos mit technischer Überlegenheit vorzeitig für sich entschied. Im Finale bezwang er den Württemberger Andre Winkler (Fachsenfeld) 10:3.
Auch Bruder Maximilian (92 kg) hatte sich viel vorgenommen, musste aber auf Grund einer Verletzung bereits im ersten Kampf aufgeben. Unter den 17 Startern in der 92kg-Klasse befand sich auch Paul Müller. Der 18-jährige war der Jüngste in der Gewichtsklasse, konnte sich aber mit zwei Siegen gut in Szene setzen. Gegen den späteren Zweiten fehlte ihm bei der 8:9 Niederlage nicht viel zum Sieg. Mit einer 4:8 Niederlage verpasste er Rang fünf knapp.
Zuverlässig wie gewohnt kämpfte Moritz Langer (70 kg/24 Starter). Auch er gewann seine sechs Vergleiche im Pool vorzeitig, im Finale unterlag er aber dem mehrmaligen Medaillengewinner bei deutschen Meisterschaften Valentin Steinmetz vom saarländischen Ligakonkurrenten Köllerbach.
Im griechisch-römischen Stil zeigte sich Niklas Nimtz (63 kg/8 Starter) von seiner besten Seite. Auch er gewann seine Poolkämpfe ausnahmslos vorzeitig. Seinen Finalgegner Felix Weingart (Dewangen/Württemberg) hatte er noch vor der Halbzeit 9:0 bezwungen.
An den nächsten Wochenenden werden Ringer aus anderen Altersklassen des Greizer Ringervereins zu Wettkämpfen fahren. Am 2.Mai geht es nach Unterföhring bei München (U12 bis U23). Eine Woche später geht es zur Mitteldeutschen Meisterschaft nach Jena (U14 und U20).
Bericht: Erhard Schmelzer

