Vor einigen Jahren schien das Beach Wrestling, das Ringen auf Sand, vor einer großen Zukunft zu stehen. Kostengünstig auch im globalen Süden zu betreiben bot es sich nicht nur für alle Strände an. Die hochfahrenden Pläne von einer Aufnahme dieser Sportart in das Programm der Olympischen Spiele wurden aber im Vorjahr gestoppt.
Der Ringerverband Sachsen hatte sich stark engagiert, trug im vogtländischen Oelsnitz 2024 erstmals eine (offene) Landesmeisterschaft aus. Der Austragungsort, das Oelsnitzer Freibad, bot mit seiner gigantischen Überdachung über die Wettkampffläche, die in der Sommerhitze für genügend Schatten sorgte, optimale Bedingungen.
Der Deutsche Ringer-Bund vergab die nationalen Titelkämpfe sowohl 2025 als auch in diesem Jahr ins Vogtland. Trotz dem Aus bei Olympia waren in diesem Jahr größere Starterfelder zu sehen, als im Vorjahr. Allerdings nur im männlichen Bereich. Ausgetragen wurden die deutschen Meisterschaften in vier Kategorien: Männer und Frauen und dazu jeweils die Altersklassen U17 und U20 gemeinsam für jedes Geschlecht. Das startende Feld war bunt durcheinander gewürfelt.
Neben Griechisch-römisch Ringern und Freistilkämpfern versuchten auch Vertreter anderer Kampfsportarten zum Erfolg zu kommen. Ein weit angereister Vertreter des MMA-Kampfes versuchte eingangs mit angetäuschten Schlägen seinen Gegner aus dem Konzept zu bringen, gab dieses verbotene Unterfangen aber selbstständig schnell wieder auf. Die gegenüber dem Vorjahr vom internationalen Verband etwas modifizierten Regeln machten die Sache nicht leichter. Mancher Ringer wunderte sich, wenn er seinen Gegner in den Sand gebracht hatte, dass der Punkt allerdings an seinen Widersacher ging, weil er selbst mit dem Knie den Boden zuerst berührt hatte.
Beach Wrestling ist halt doch eine andere Sportart.
Von den Kampfrichtern – zu denen auch der Greizer Bundesligaschiedsrichter Stephan Hetzheim gehörte – wurden da einige schwierige Entscheidungen gefordert. Der Greizer Ringerverein startete mit 13 Aktiven und konnte vor Unterföhring und seinen Bundesligakonkurrenten Witten und Köllerbach die Mannschaftswertung für sich entscheiden. Grundlage des Greizer Mannschaftssieges waren die Titelerfolge der drei Greizer Mädchen, die bei der U20 die Goldmedaillen erringen konnten.
Die Erfahrenste, Mia Bauer (+70 kg), konnte schon bei den Europameisterschaften den dritten Platz belegen. Sie bezwang in freundschaftlichen Vergleichskämpfen auch die Vertreterinnen der Frauen.
Auch Olga Kim (50 kg) und Pauline Hessel (70 kg) konnten sich die Siegerpokale sichern.
Bei den Männern konnte Michael Völkel (130 kg) zwar den Titelverteidiger des Vorjahres bezwingen. Nach dem zweiten Sieg traf er auf den amtierenden Freistilmeister Oliver Kock (Hamburg). Beim Stande von 1:1 verletzte er sich an der Leiste und konnte nur noch den sechsten Platz absichern.
Sebastian Wendel, der als einziger Greizer Teilnehmer im Bundesligakader steht, wurde hier hinter Kock Poolzweiter und sicherte sich gegen den Leipziger Sven Betschke Bronze.
Das gelang auch Iunus Gaisuev (90 kg). Maximilian Böttger kam in der stark besetzten 80 kg -Klasse auf Platz sieben.
Bei der männliche U20 scheitere Silas Warmuth (60 kg) knapp an Bronze, Hassan Bersanukaev kam auf Rang sieben.
Nach seinem Krankenhausaufenthalt gelangen Paul Müller in der Gewichtsklasse, in der der Schwerste 117 kg wog, zwar zwei Siege, doch mehr als der sechste Platz war noch nicht möglich.
Pascal Hessel (70 kg) kam unter 15 Sportler auf Rang sieben. Die beiden Quereinsteiger Tim Trompelt (80 kg) und Antony Bergner (117 kg) konnten sich noch nicht in die Siegerlisten eintragen.
Dem ASV Plauen, der in Oelsnitz als Gastgeber fungierte, gebühren der Dank und Anerkennung für die vorbildliche Ausrichtung einer Deutschen Meisterschaft, die im nächsten Jahr nach Witten vergeben wurde.
Bericht: Erhard Schmelzer
Fotos: Konstanze Warmuth

