RSV Rotation: Schwere Auswärtshürde in Eisleben genommen

2.Bundesliga Nord: KAV Mansfelder Land gegen RSV Rotation Greiz endet 9:15
75Bkg Freistil: Marcus Breitschuh, KAV Mansfelder Land gegen Daniel Sartakov (blaues Trikot), RSV Rotation Greiz 0:4/TÜ/0:16/04:57

KAV Mansfelder Land verliert gegen den RSV Rotation Greiz mit 9:15

EISLEBEN. Spannung war Trumpf beim Kampf des Jahres beim Erstligaabsteiger KAV Mansfelder Land in der Glück – Auf – Arena beim Besuch des Tabellenführers aus Greiz.
Die Gäste reisten mit einer Erfolgsbilanz von 12 Siegen in Serie an, Eisleben blieb in den letzten sechs Kämpfen ohne Niederlage.
Eine Serie musste reißen. Es war die der Gastgeber aus dem Mansfelder Land. Mit der stärksten möglichen Aufstellung antretend, siegte der RSV Rotation Greiz vor offiziell angegebenen 234 Zuschauern nach einem äußerst spannenden Kampfverlauf mit 15:9 und ist damit auf dem besten Wege, erstmals seit 1994 den Staffelsieg in der 2.Bundesliga zu verteidigen. Die Gäste verloren vier der ersten fünf Kämpfe und lagen zur Halbzeit 2:8 zurück.
Nach acht Vergleichen stand es 9:9, bevor in den letzten beiden Kämpfen die Entscheidung fiel.

Der zum sechsten Mal in dieser Saison aufgebotene Nachwuchsringer Dustin Nürnberger (57 kg/g) musste sich mit dem sechs Jahre älteren Ungarn Bence Juhasz auseinandersetzen. Der Greizer bot dem erfahrenen Widersacher, der bei Kadetten-EM und Junioren-WM schon Bronzemedaillen errang, vor allem im Standkampf Paroli, gab zwar am Boden zahlreiche Punkte ab, konnte aber beim 0:14 eine technische Punktniederlage verhindern. (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht: 0:3)

Sebastian Jezierzanski (130 kg/f) startete gegenüber der Vorwoche zwei Gewichtsklassen höher und musste gegen den ehemaligen Sömmerdaer Toni Bernhardt 30 kg Körpergewicht kompensieren. Durch seine Schnelligkeit, gepaart mit Technik führte der polnische Meister durch Beinangriffe Sekunden vor Schluss mit 4:2, als ihm mit einer Superaktion noch eine Vierer-Wertung gelang. (2:3)

Vladimir Codreanu (61 kg/f) war im Vorjahr für den damals für Werdau kämpfenden sechsmaligen ungarischen Meister Joszef Molnar 4:10 unterlegen. Taktisch klug kämpfend hielt der Moldawier diesmal bis zur Pause ein 2:2, musste sich dann aber auf Grund seiner physischen Nachteile in dieser Gewichtsklasse 2:6 geschlagen geben. (2:5)

Die letzten fünf Kämpfe konnte Lukasz Konera (98 kg/g) siegreich gestalten. Auch gegen den ungarischen Meister von 2013 und 2014 Adam Varga, den an diesem Tag wohl stärksten Eislebener Kämpfer, zeigte er trotz einer 1:3 Niederlage eine sehr gute Leistung. Die Siegpunkte des Ungarn resultierten aus einer Rolle im Bodenkampf. (2:6)

Brian Tewes (66 kg/g) hatte in Greiz gegen den Griechen Manrikos Theodoridis acht Punkte abgegeben und wusste nun, was ihn erwartete. Zwar unterlag der Greizer nach einer Bodenaktion des Griechen mit 0:3, konnte sich aber gegenüber dem ersten Aufeinandertreffen klar steigern. Die Greizer Trainer Tino Hempel und Swen Lieberamm hätten hier vom Leipziger Kampfrichter Ronald Hartenstein noch eine Verwarnung mehr für den Ringer der Gastgeber gewünscht. (2:8)

Für Martin Obst (86 kg/f) wurde es ein ganz schwerer Kampf gegen passiv eingestellten Athleten Franco Büttner. Nach einer 30-Sekunden-Strafe 0:1 in Rückstand liegend, kam der deutsche Meister erst in der fünften Minute zum Ausgleich. Mit einer Energieleistung ohnegleichen kam der Greizer dann aber doch noch durch vier Beinangriffe zum deutlichen 9:1 Erfolg. (5:8)

Da der Grieche Markos Theodoridis auf Grund einer Ellenbogenverletzung nicht eingesetzt werden konnte, kam Vladimir Gotisan (66 kg/f) gegen den Nachwuchsringer Christian Borgwardt zu einem schnellen Sieg mit technischer Überlegenheit. (9:8)

Im Vorkampf hatte Tom Linke (86 kg/g) den deutschen Meister Fabian Jähnicke mit 2:0 bezwungen, auch diesmal wurde es wieder eine sehr knappe Angelegenheit. Der Eislebener ging im Bodenkampf mit 2:0 in Führung, der Greizer glich mit einem Runterreißer aus. Den Ausschlag zur 2:3 Niederlage des Greizers gab eine Verwarnung. (9:9)

Die Spannung hatte ihren Höhepunkt erreicht. Nun musste in den letzten beiden Kämpfen die Entscheidung fallen, die 25 mitgereisten Greizer Anhänger feuerten ihr Team an.
Mannschaftskapitän Toni Stade (75 kg/g) unterlag in Greiz 4:8 gegen Niklas Ohff, was die Gastgeber auch im Rückkampf hoffen ließ. Und er wurde spannend, zur Pause stand es 0:0, dann punktete der Greizer im Bodenkampf zum 2:0. Der nun wütend anstürmende Berliner lief in einen Armdrehschwung des Greizers und geriet 0:6 in Rückstand. Der schlussendliche 8:1 Sieg des Greizers brachte einen Teil der Eislebener Publikums so in Rage, dass der Kampfrichter mehrere gelbe Karten verteilen musste, um die Ordnung wiederherzustellen. (9:11)

Daniel Sartakov (75 kg/f) hatte auf eine Revanche gegen Zsombor Gulyas gehofft, dem einzigen Gegner, von dem er in diesem Jahr bezwungen wurde. Daraus wurde aber nichts, da der ungarische Meister von 2015 nicht antreten konnte. Mit Ersatzmann Marcus Breitschuh hatte der Greizer wenig Mühe, seinen siebenten vorzeitigen Erfolg zu sichern. Nach fünf Minuten stand sein 16:0 Sieg fest.

Stimmen zum Kampf:

Andreas Kraus (Sportlicher Leiter und Geschäftsführer KAV Mansfelder Land): „Wir hatten mit unseren Freistilringern Markos Theodoridis (66 kg) und Zsombor Gulyas (75 kg) zwei Ausfälle zu verkraften, die wir nicht kompensieren konnten. Bereits im Eröffnungskampf hatten wir vier Punkte eingeplant, es wurden aber nur drei. Jetzt dürfte Greiz nicht mehr zu stoppen sein.“

Swen Lieberamm (Trainer RSV): „Wir haben die Siegesserie der Mansfelder mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gestoppt. Alle haben großartig um jeden Punkt gekämpft und taktisch alle Vorgaben umgesetzt. Jetzt haben wir bei vier Punkten Vorsprung auch gegen alle Vereine ein positives Punktverhältnis. Die Titelverteidigung ist ganz nah gekommen.“

Erhard Schmelzer @27.11.2016

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