RSV Rotation: Greizer Ringer wieder auf Erfolgsspur

2.Bundesliga Nord: RSK Gelenau gegen RSV Rotation Greiz 2:23
66Akg Freistil: Stefan Saul, RSK Gelenau gegen Vladimir Gotisan (blaues Trikot), RSV Rotation Greiz - 0:4/TÜ/1:16/02:56

2.Bundesliga Nord: Kampf RSK Gelenau – RSV Rotation Greiz endet 2:23

GELENAU/GREIZ. Der RSV Rotation Greiz behielt in der Gelenauer Sporthalle „Erzgebirgsblick“ den Überblick. Nach zwei Niederlagen zu Saisonbeginn konnten gegen den RSK Gelenau die ersten Pluspunkte gesichert werden. Die Greizer siegten mit einer gegenüber der Vorwoche auf zwei Positionen veränderten Mannschaft unerwartet hoch mit 23:2.
Auch die zweite Greizer Vertretung konnte in der Regionalliga den ersten Sieg verbuchen. Bei des WKG SAV Leipzig/Großlehna gelang ein 14:17 Erfolg.

Wie das Greizer wurde auch das Gelenauer Team umgestellt. Aber auch fünf zum größten Teil namhafte Verstärkungen brachten für das erzgebirgische Traditionsteam zwar interessante Kämpfe aber keine nennenswerte Resultatsverbesserung. In der leichtesten Gewichtsklasse hatten die Gelenauer Besetzungsprobleme. Trainer Björn Lehnert musste sich mit Übergewicht selbst ins Team stellen. Vladimir Codreanu (57 kg/frei), wie erwartet überlegen, sammelte Punkt auf Punkt und hatte nach 80 Sekunden mit 16:0 gewonnen. (Kampfstand aus Greizer Sicht: 4:0)
Der für Boris Eisenstein eingesetzte Lukasz Konera (130 kg/greco) beherrschte den 16 Kilogramm schwereren Lucas Kästel über die gesamte Kampfzeit, zwang ihn zu passiver Ringweise und punktete mit Rollen beim vom Potsdamer Kampfrichter Peter Pippel angeordneten Bodenkampf. Sein nie gefährdeter 9:0 Sieg brachte 3 Punkte aufs Greizer Konto. (7:0)

Florian Crusius (61 kg/greco) war etwas nervöser als gewöhnlich. Im Vorjahr führte er gegen Daniel Franke, den routinierten Mannschaftskapitän der Erzgebirger, zwar 9:0, wurde aber dann gekontert und unterlag auf Schultern. Diesmal ging er vorsichtiger zu Werke, war aber immer aktiv. Im Bodenkampf kam er dreimal zu zwei Punkten. (9:0)

Wie im Vorjahr bekam es Sebastian Wendel (98 kg/frei) mit Kamil Wojciechowski, dem frischgebackenen Dritten der polnischen Meisterschaften zu tun. Der Greizer zeigte einen guten Kampf, ließ nichts zu, erhielt aber zweimal eine 30-Sekunden-Strafe, bei der ihm allerdings kein Punkt gelang, so dass der Pole zwei Punkte erhielt. (9:1)

Der 1999 in Greiz geborene Nachwuchssportler Joel Wrensch rückte nach der Rückkehr von Vladimir Gotisan (66 kg/frei) wieder in die zweite Vertretung. Der Moldawier hatte zwar bei seinem ersten diesjährigen Bundesligaauftritt im Vorfeld noch einige Gewichtsprobleme, erledigte seine Aufgabe auf der Matte gegen Stefan Saul aber mit gewohnter Präzision. Schon am Ende der ersten Runde stand sein 16:1 Erfolg fest. (13:1)

Auch Tom Linke (86 kg/greco) hatte seinen Arbeitstag bereits in der ersten Runde beendet. Der für den erwarteten Kevin Mehlhorn aufgebotene Dustin Löser war von Beginn an in die Verteidigung gedrängt. Der Greizer kam durch Runterreißer zu Punkten, denen er am Boden Rollen nach beiden Seiten folgen ließ. Nach 2:45 min stand sein 16:0 Sieg fest. (17:1)

Brian Tewes (66 kg/greco) hatte mit Erik den jüngeren Löser-Bruder zum Gegner, der im Sommer Deutschland bei den Kadetten-Europameisterschaften vertrat. Der Greizer spielte seine ganze Routine aus, war immer der aktivere Kämpfer, rollte am Boden und punktete auch durch einen Ausheber. In der fünften Minute hatte er sich einen 15:0 Sieg erarbeitet. (21:1)

Wie erwartet kam es dann zum Spitzenkampf zwischen dem amtierenden deutschen Meister Martin Obst (86 kg/frei) und dem polnischen Titelträger Andrzej Sokalski. Bei den diesjährigen Europameisterschaften starteten beide in der 74 kg-Klasse. Der Pole platzierte sich als Fünfter vor dem Greizer Neuzugang, ohne dass beide direkt aufeinandertrafen. In einem hochklassigen Gefecht ging der Pole durch zwei Konter 4:0 in Führung. Der Greizer musste nun dem Rückstand hinterherlaufen, kämpfte aber in gewohnter Manier offensiv und kam am Ende zu einem verdienten 7:6 Erfolg, der von den zirka 30 mitgereisten Greizer Ringkampfanhängern enthusiastisch gefeiert wurde. (22:1)
Auch Daniel Sartakov (75 kg/frei) hatte mit Juniorenmeister Johann Steinforth einen starken Gegner erwischt. Nach 0:1 Rückstand kam er zur 4:1 Führung, musste aber nach einem Konter den ehemaligen Leipiger auf 3:4 herankommen lassen. Eine zweite 30-Sekunden-Strafe für den Greizer brachte zwar den 4:4 Gleichstand, aber durch die zwei Zweierwertungen den Siegpunkt. (23:1)

Auch im letzten Kampf ging es sehr knapp zu. Toni Stade (75 kg/greco) lieferte dem ehemaligen tschechischen EM-Fünften Tamas Sobecky einen offenen Kampf, verteidigte sich am Boden geschickt. Nur eine Verwarnung sorgte für den zweiten Punktgewinn für die Gastgeber. Bei vier der zehn Kämpfe ging es sehr knapp zu, bei den restlichen Vergleichen dominierten die Gäste aus dem Vogtland deutlich, so dass auch der hohe 23:2 Erfolg in Ordnung geht.

Stimmen zum Kampf:

Trainer Swen Lieberamm, der mit Tino Hempel die Greizer betreut: „Die Aufholjagd hat begonnen. Der Kampf hat der Mannschaft gut getan. Bei Martin Obst, der auch bei den Punkten des Gegners den Angriff auslöste, hätte ich mir auch mal eine Verwarnung für den Gegner gewünscht. Auch Daniel Sartakovs Gegner hätte sich über eine Verwarnung nicht beschweren können.“

Volker Müller, Mannschaftsleiter in Gelenau: „Wenn wir nicht die beste Mannschaft stellen können, haben wir keine Siegchance in dieser Liga. Heute mussten wir Kevin Mehlhorn und David Vala auf Grund dienstlicher Probleme ersetzen, was gegen eine Spitzenmannschaft wie Greiz nicht zu kompensieren ist.“

Erhard Schmelzer @18.09.2016

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