Greizer Ringer schlagen sich achtbar bei EM-Qualifikation

RSV Rotation Greiz beim Osterturnier im holländischen Utrecht
Maximilian Kahnt (blau), RSV Rotation Greiz, der Greizer belegte als viertbester Deutscher Rang 15.

Internationaler Brandenburg-Cup der Kadetten im Freistilringen in Luckenwalde

LUCKENWALDE. Der Internationale Brandenburg-Cup der Kadetten im Freistilringen, der traditionell in Luckenwalde ausgetragen wird, gilt als das bestbesetzte Ringerturnier dieser Altersklasse in Deutschland. Für Bundestrainer Jürgen Scheibe gab dieser Wettkampf letzte Aufschlüsse zur Nominierung seiner Auswahl für die Europameisterschaften im polnischen Katowice. Die Gegner aus zehn Ländern waren ein echter Prüfstein. Am Ende konnten sich in den zehn Gewichtsklassen sechs deutsche Sportler durchsetzen. Zu den 32 startenden Mannschaften gehörte auch die von Helmut Strumpf trainierte Auswahl des Thüringer Ringer Verbandes.

Drei der vier Sportler kamen vom RSV Rotation Greiz. Die größten Chancen wurden dem deutschen Vizemeister Merlin Sewina (54 kg) zugetraut. Er bezwang in der ersten Runde Tomasz Stasicki aus der polnischen Ringerhochburg Bielograd beim Stande von 4:1 mit einem Schultersieg. In der zweiten Runde traf er auf den polnischen Auswahlringer Marcin Majka. Der Greizer, der nach Aussage seines Trainers nicht ganz seine Form von der deutschen Meisterschaft erreichte, war in beiden Runden gleichwertig, unterlag aber jeweils 0:1. Da in Luckenwalde nach dem internationalen System gekämpft wurde, konnten nur die in den Vorrunden ausgeschiedenen Sportler weiterringen, deren Bezwinger ins Finale einzogen. Der Pole, der später Fünfter wurde, unterlag allerdings im Halbfinale, so dass der Greizer ausschied und sich als drittbester Deutscher mit Platz 7 begnügen musste. Turniersieger wurde der dem Greizer Ringkampfpublikum aus den Bundesligakämpfen bekannte Unterföhringer Andreas Walter. Sewinas Konkurrent und Trainingspartner Tilmann Germar (KSC Jena) kam nach einer 0:3 und 0:6 Niederlage gegen den Litauer Karolis Buslys auf Rang 17.

Florian Sieg startete in der mit 24 Sportlern am stärksten besetzten 58 kg-Gewichtsklasse. Nach durchwachsenen Leistungen zu Jahresbeginn konnte der schon beim Turnier in Bindlach zu verzeichnende Leistungsaufschwung voll bestätigt werden. Allerdings war das Losglück nicht gerade auf seiner Seite. Er traf auf den Bulgaren Ahmed Aktan aus Razgrad. Diese bulgarische Mannschaft belegte in der Mannschaftswertung hinter der Vertretung des Deutschen Ringer-Bundes den zweiten Platz. Auch auf der Matte hatte der Greizer kein Glück. Die Kampfrichter übersahen ein schlimmes Foul des Bulgaren, das Florian die Luft nahm, so dass er kurzzeitig außer Gefecht gesetzt wurde. In der Folge unterlag er auf Schultern und kam auf Rang 17. Trainer Strumpf zog trotzdem ein positives Fazit: Florian hat Klasse gekämpft. Der Bulgare war nicht viel stärker. Wenn im Training so wie in den letzten Wochen weiter gearbeitet wird, werden sich auch bald Erfolge einstellen. Für die Qualität der Wettkämpfe sprach das der mehrmalige deutsche Meister Niklas Dorn, diesmal nur den neunten Platz belegte.

Der Vierte im (thüringischen) Bunde war Maximilian Kahnt (63 kg), der noch in zwei Jahren in dieser Altersklasse starten kann. Auch er traf auf einen Sportler aus Razgrad; Nevzat Riustem. Er unterlag dem Bulgaren, der in der Endabrechnung Vierter wurde, 0:3 und in der zweiten Runde knapp 0:1. Der Greizer belegte als viertbester Deutscher Rang 15. In dieser Gewichtsklasse gilt der Thalheimer Benjamin Opitz, der Fünfter wurde, als Favorit für die Nominierung des deutschen Nationalteams.

Für die Greizer Ringer erwies sich die Anwendung des internationalen Wettkampfsystems als äußerst ungünstig, da alle ihre Bezwinger im Halbfinale ausschieden. Je ein weiterer Sieg hätte die Greizer wieder ins Rennen und zu besseren Platzierungen gebracht. Wichtiger noch erscheint die Tatsache, dass die in den letzten Wochen im Training an der Sportschule Jena vorgenommenen Veränderungen positive Effekte zeitigen.

Erhard Schmelzer @21.05.2012

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